In außergewöhnlichen Zeiten wird das Normale zur Sensation. Die Bundesregierung vermeldet in ihrem offiziellen Kalender: Am Mittwoch tage „wie immer das Kabinett unter der Leitung des Bundeskanzlers“. Nichts aber ist momentan „wie immer“ – und wird sich ein Kabinett aus drei verfeindeten Parteien vom orientierungslosen Olaf Scholz leiten lassen? Als der Kanzler neulich von einem Bürger gefragt wurde, wo denn die versprochene Führung bleibe, antwortete Scholz schmallippig: „Geführt wird immer.“
Olaf Scholz am Kabinettstisch im Kanzleramt.
Der Sozialdemokrat nimmt die Fliehkräfte in seiner Koalition zur Kenntnis und verlegt sich auf ein bisher schon untaugliches Mittel, die Gesprächstherapie. In dieser Woche sollen die Streithähne Robert Habeck und Christian Lindner, der Grüne und der Liberale, mehrfach ins Gebet genommen werden. Doch mit Formelkompromissen wird sich der gordische Knoten aus Missgunst, Ideologie und Inkompetenz nicht durchhauen lassen.
Ernste Miene bei Vizekanzler Habeck nach einem Gespräch mit Kanzler und Finanzminister.
Finanzminister Lindner ist deutlich besser gelaunt, als er das Kanzleramt verlässt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











