Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird im laufenden Jahr nur noch um 0,6 Prozent zulegen – ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum als erwartet. Das berichtet das Handelsblatt. Die „Gemeinschaftsdiagnose“ wurde vom RWI Essen, DIW Berlin, Ifo München, IWH-Halle und dem Kiel-Institut im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt. Für 2027 erwarten die Institute nur noch ein BIP-Wachstum von etwa einem Prozent.
Bei der vergangenen Gemeinschaftsprognose vor rund einem halben Jahr hatten die Institute noch ein Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und rund 1,4 Prozent im nächsten Jahr prognostiziert. In Summe droht die Wertschöpfung nun rund 50 Milliarden Euro niedriger auszufallen. Die schwächere Prognose geht vor allem auf die Auswirkungen des Irankriegs und die deutlich gestiegenen Preise für Öl und Gas zurück.
Die deutsche Wirtschaft kommt weiter kaum aus ihrer Tiefphase. Die erhöhte Unsicherheit und die hohen Energiepreise drohen den erhofften Aufschwung zu größeren Teilen zunichtezumachen. „Der Anstieg der Inflation auf 2,7 Prozent und die mögliche Reduktion der Wachstumsprognose auf 0,6 Prozent sind keine Zufälle, sondern Folge des Irankriegs und des Energiepreisschocks“, sagt Unionsfraktionsvize Sepp Müller dem Handelsblatt: „Sie legen die Verwundbarkeit der Wirtschaft offen – und den politischen Handlungsbedarf.“
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