Die Bundesregierung präsentiert die Wiederaufnahme der Förderung zum Effizienzhausstandard 55 ab dem 16. Dezember 2025 als Entlastung für den Wohnungsbau. Tatsächlich ist sie vor allem das Eingeständnis, dass die zuvor beschlossenen energetischen Verschärfungen die Bauwirtschaft an den Rand des Stillstands geführt haben. Bis zu 70 Prozent Einbruch im privaten Einfamilienhausbau sprechen eine deutliche Sprache. Mit EH55 kehrt nun ein Förderstandard zurück, der noch vor kurzem als unzureichend galt. Ein politischer Kurswechsel – allerdings einer, den man ungern laut ausspricht.
Die KfW vergibt wieder zinsgünstige Darlehen für Neubauten und Erstkäufe im EH55-Standard. Bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit sind möglich, im eigens geschaffenen Niedrigpreissegment bis zu 100.000 Euro. Die Zinssätze reichen dabei je nach Laufzeit von wahrlich traumhaften 0,01 % bis über 2 % – formal attraktiv, praktisch jedoch stark kontingentiert. Denn die Fördermittel sind begrenzt: 800 Millionen Euro insgesamt. Bei realistischen Fördersummen reicht das gerade einmal für 5.000 Wohneinheiten – eine Zahl, die angesichts 760.000 fehlender Wohnungen eher symbolischen Charakter hat.
Wesentlich komplizierter als die Finanzierung sind die technischen und regulatorischen Anforderungen. EH55 setzt voraus:
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











