Die Tagesschau hat angefangen (sie hat „Guten Abend, meine Damen und Herren“ gestrichen), jetzt geht es mit Zeitgeist-Anreden in Briefen und Mails weiter: Das Textanalyse-Portal „Wortliga“, das sich auch um die Pflege der deutschen Sprache kümmert, behauptet: Die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirkt „verstaubt und distanziert“. Die Bild-Zeitung titelte: Schluss mit „Sehr geehrte Damen und Herren“!
Mein gesunder Menschenverstand sagt: Gemach, gemach! Was so lange so gut war, ist nicht plötzlich schlecht. Die Zwangsgebühren-finanzierte Tagesschau mag versuchen, dem Zeitgeist nachzuhinken. Aber eine tief erprobte Anredeform in Briefen oder Mails abzuschaffen, ist etwas anderes. Etwas Fremdes vor allem. Ja, wenn man in bestimmte Innenstadtbezirke unserer Brennpunkt-Städte schaut, dann mag die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ etwas deplatziert sein, vielleicht etwas überhöht. Aber wie jedermann in angelsächsischen Ländern als „Sir“ angesprochen wird, ohne wirklich einer zu sein – lieber einen Zacken zu viel als einen zu wenig. Und damit meine ich die Alternativen, die zum Beispiel von der Sprachplattform „Wortliga“ angeboten werden:
Guten Tag! Na ja, wenn ich einen Brief oder eine Mail mit dieser Anrede bekomme, ist der Tag schon nicht mehr so gut. Wer erlaubt es sich, mir einen guten Tag zu wünschen, ohne mich zu kennen?
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











