Neu-Versailles feiert auf dem Oberdeck – doch das Schiff ist leck

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Neu-Versailles feiert auf dem Oberdeck – doch das Schiff ist leck
Bildquelle: Tichys Einblick

Deutschland geht es schlecht – und zunehmend schlechter. Immer häufiger drängt sich dem historisch Bewanderten die Analogie zur römischen Dekadenz, zum Niedergang und Fall Roms auf. Deindustrialisierung, Preisexplosion, eine Mittelschicht, die von Tag zu Tag weniger weiß, wie sie über die Runden kommen soll, ein Mittelstand, dem vom Verwirtschaftungsminister das Rückgrat gebrochen wird. Über 200.000 junge, gut ausgebildete Deutsche suchen mittlerweile jährlich ihr Glück im Ausland – und mit ihnen Unternehmen, insbesondere aus der chemischen Industrie.

Währenddessen nutzen Minister wie Annalena Baerbock und die Regierungspartei der Grünen alle Mittel, um die Turbomigration in die Sozialsysteme weiter zu beschleunigen. Die innere Sicherheit bricht zusammen, Terror und Mord geschehen – nicht nur zur Weihnachtszeit – auf offener Straße und bemächtigen sich des öffentlichen Raums. Das Gesundheitssystem kollabiert. All das bringt das Land in eine gefährliche Unwucht. Und was macht die Regierung? Sie verursacht und befeuert den Niedergang. Und was unternimmt sie, wenn sie sich von ihrem destruktiven Werk erholt, wenn sie nicht zuvörderst ihre Macht und Privilegien sichert?

Die Antwort ist bekannt. Wie jede dekadente, wie jede dysfunktionale Elite feiert sie – und feiert sich selbst, möglichst exklusiv, weil sie Abgehobenheit mit Kultiviertheit verwechselt. Neu-Versailles ist in Partylaune, mag im Lande geschehen, was will. „’S ist mal bei mir so Sitte, chacun à son goût!“ Selten jedoch erfahren die Bürger etwas über die Lustbarkeiten von Neu-Versailles, die sie am Ende finanzieren. Selten – weil die Brandmauer die Eliten nicht nur vor dem politischen und demokratischen Wettbewerb schützt, sondern auch verhindert, dass die Wähler über deren Absprachen in exklusiven Zirkeln informiert werden. Die Politiker der Grünen, der SPD, der Union und der FDP sind sich in Wahrheit näher als ihren jeweiligen Wählern, mögen sich die Damen, Herren und Diversen der classe politique in der Öffentlichkeit auch balgen, wie sie wollen. Sprenkel für die Drosseln.

Der Abend ist anders als der Morgen, der Morgen ist anders als der Mittag, und der Mittag anders als der nächste Abend. Am Abend des 30. Januar genießen Annalena Baerbock und Friedrich Merz ein tête-à-tête beim Wein in Laschets lauschiger Wohnung. Am 31. Januar üben die Parteien der schwarz-rot-grünen Koalition in spe am Morgen ihre gute Zusammenarbeit – zu enormen Lasten und zum Nachteil der Bürger –, indem sie das TEHG-Europarechtsanpassungsgesetz beschließen, bevor sie sich am frühen Nachmittag eine Gigantomachie mit viel Talmi, mit viel unechter Rhetorik liefern angesichts des Antrags zum Beschluss des Zustrombegrenzungsgesetzes.

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