Neid galt einmal als Sünde. Das zehnte Gebot, „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus“, drückt das eigentlich recht deutlich aus. Neid und Gier, so viel wusste man schon einmal, zerstören den sozialen Frieden. Man solle nicht nur nicht danach trachten, anderen ihren Besitz wegzunehmen, nein, man solle es noch nicht einmal begehren.
Dieses Denken ist nun aber doch schon sehr lange her. Nachdem der Begriff Neid erfolgreich durch Gerechtigkeit ersetzt wurde, und dieser neue Begriff dann fest in den Köpfen der Menschen verankert worden war, kann man jetzt mit allerbestem Gewissen neidisch sein.
Die neueste Verschärfung der Neid-Debatte kommt wenig überraschend von den Linken, die unter Gerechtigkeit ausschließlich verstehen, dass dem Einem etwas weggenommen werden soll, um es einem Anderen zu geben. Wer der Eine und wer der Andere ist, entscheiden nur sie. Und zwar nach Gusto. Wer hier Regeln, vielleicht sogar nachvollziehbare Regeln oder eventuell sogar Recht einfordert, ist natürlich gegen Gerechtigkeit und, Sie haben es bereits erraten, rechts, Nazi und Faschist. Warum der Eine mehr als der Andere hat, interessiert die Linken schon überhaupt nicht. Fleiß, Begabung, Ausdauer und Wille sind ihnen, denen das alles fehlt, verhasst.
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