Die Grünen fordern im Berliner Senat, dass es extra Wagen bei den U- und S-Bahnen nur für Frauen geben soll, um sie vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Das berichtet B.Z. Ursprünglich sollten separate Wagen nicht nur für Frauen, sondern auch für Nicht-Binäre und Transgender eingerichtet werden. Dann jedoch entschied man sich für eine Fokussierung auf Frauen. Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Kapek, verteidigte die Fokussierung: „Ich stehe zur Konzentration auf Frauen. Sie sind häufiger Gewalt ausgesetzt und haben daher einen übergeordneten Schutzbedarf.” Im Vorjahr waren 89 Prozent der Opfer von Sexualdelikten Frauen, und 90 Prozent der Täter waren Männer.
In Berlin stieg der Anteil von Sexualstraftaten im öffentlichen Nahverkehr in den letzten zehn Jahren um 260 Prozent. 2023 gab es 391 Straftaten. Der Plan der Grünen sieht vor, dass es die Waggons ausschließlich für Frauen außerhalb der Stoßzeiten geben soll. Die Wagen sollen entweder „direkt hinter dem Fahrer” sein, wie Kapek sagt, oder „am Ende des Zuges, wenn es wie in Tokio einen zweiten mitfahrenden Fahrer gibt.“ Außerdem sollen speziell markierte Zonen mit Notrufsäulen eingerichtet werden, und es soll eine Videoüberwachung an den Bahnhöfen geben.
Vorbild für die Maßnahme sind ähnliche Regelungen in Japans Hauptstadt Tokio. In Tokio gibt es Frauen-Waggons abends von 17 bis 21 Uhr und morgens bis um 10 Uhr. Neben Frauen dürfen nur Rollstuhlfahrer und Jungen bis zu einem Höchstalter von 12 Jahren in den Wagen sein.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











