Nach Tötung von Serkan C.: Bahn setzt auf Wegfall der Ausweispflicht und Deeskalationskurse

vor 5 Monaten

Nach Tötung von Serkan C.: Bahn setzt auf Wegfall der Ausweispflicht und Deeskalationskurse
Bildquelle: Apollo News

Die Deutsche Bahn setzt im Kampf gegen Gewalt und Übergriffe auf das eigene Personal vor allem auf Deeskalation. Auf der Pressekonferenz des von Bahnchefin Evelyn Palla einberufenen Sicherheitsgipfels in Berlin kündigte das Unternehmen unter anderem an, die Ausweispflicht bei der Ticketkontrolle aufzuheben, falls eine Situation zu eskalieren droht. Zusätzlich soll allen Beschäftigten mit Kundenkontakt der Zugang zu Bodycams ermöglicht werden.

Nach Angaben von Palla wird die bisher vorgeschriebene Ausweiskontrolle bei der Ticketprüfung im Regionalverkehr ab dem 1. März ausgesetzt. Ob Fahrgäste ihren Ausweis vorzeigen müssen, soll dann nicht mehr automatisch gelten, sondern im Einzelfall vom Zugpersonal entschieden werden. Die Bahn verspricht sich davon, dass konfliktträchtige Situationen seltener eskalieren. Darüber hinaus sollen in sogenannten „regionalen Sicherheitswerkstätten“ gemeinsam mit der Bundespolizei Konzepte entwickelt werden, die auf lokale Problemlagen zugeschnitten sind.

Flankierend plant der Konzern zusätzliche Verhaltens- und Deeskalationstrainings für Beschäftigte. Bereits in der Vergangenheit forderte der Polizeiausbilder und Rechtsextremismusforscher Joachim Häfele von Bahnmitarbeitern mehr „interkulturelle Kompetenz“ und machte damit indirekt die Beschäftigten selbst für die widerfahrene Gewalt verantwortlich (Apollo News berichtete).

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