Kanada hat gewählt: Premierminister Mark Carney von den Liberalen darf seine erste ganze Amtszeit antreten – seit Dienstagmorgen deutscher Zeit ist klar, dass seine Partei eine relative Mehrheit der Sitze im kanadischen Unterhaus auf sich vereinen wird. Zum dritten Mal hintereinander gewinnen die Liberalen jedoch nicht die absolute Mehrheit der Sitze – aufgrund des Mehrheitswahlrechts in Kanada eigentlich die Ausnahme – und bilden eine Minderheitsregierung.
Noch ist der Wahlsieger, Premierminister Mark Carney, nicht vor seine Unterstützer getreten. Sein Herausforderer, der konservative Pierre Poilievre, hat ihm bereits gratuliert und bei einer Rede vor Unterstützern angekündigt, seine Arbeit als Parteivorsitzender der Konservativen fortzuführen. So oder so ist es insbesondere für Poilievre eine enttäuschende Wahlnacht, nachdem seine oppositionellen Konservativen noch im Januar in Umfragen teilweise einen Vorsprung von rund 27 Prozentpunkten innehatten.
Infolge des Rücktritts des unpopulären Premierministers Trudeau und des Amtsantritts von US-Präsident Donald Trump, dessen Strafzölle gegen Kanada eine diplomatische Krise auslösten, hat sich das politische Klima schlagartig geändert. Carney, der in einer parteiinternen Vorwahl zum neuen Parteivorsitzenden der Liberalen und damit auch zum Premierminister gekürt worden war, konnte sich staatsmännisch geben – und rasant gegenüber den Konservativen aufholen.
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