Nach Koranverbrennung: Mann wegen „Belästigung der religiösen Institution des Islam“ angeklagt

vor etwa 1 Jahr

Nach Koranverbrennung: Mann wegen „Belästigung der religiösen Institution des Islam“ angeklagt
Bildquelle: Apollo News

Hamit Coskun verbrannte im Februar vor der türkischen Botschaft in London einen Koran. Dabei soll er „Scheiß auf den Islam“ gerufen haben. In einer ersten Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft ihm vorgeworfen, „vorsätzliche Belästigung, Beunruhigung oder Bedrohung der religiösen Institution des Islam“ zu verüben. Daraufhin wurde die Staatsanwaltschaft vom Oppositionspolitiker und Schattenjustizminister Robert Jenrick und von der „National Secular Society“ gerügt, weil die Formulierung der Anklage eine Einführung eines „Blasphemiegesetzes durch die Hintertür“ sei. Zuerst berichtete die britische Daily Mail.

Als Schattenjustizminister hat Jenrick die Aufgabe, die Arbeit des Justizministeriums zu kontrollieren. Am Donnerstag schrieb er einen Brief an die Staatsanwaltschaft und forderte sie auf, ihre Wortwahl zu überdenken. Er und die „National Secular Society“ hatten argumentiert, dass die Anklage „eindeutig fehlerhaft“ sei, da die „religiöse Institution des Islam“ keine Person im Sinne des Gesetzes über die öffentliche Ordnung sei, nach dem Coskun angeklagt wurde. Das berichtet GB News.

Großbritannien hat die Blasphemiegesetze 2008 eigentlich abgeschafft. Am Freitag verkündete die Staatsanwaltschaft, dass die Anklage gegen Coskun neu formuliert werde, betonte aber auch, dass dies nicht in Antwort auf Jenricks Brief geschehen sei. Statt Belästigung des Islam selbst wird ihm nun „Feindseligkeit gegenüber Anhängern des Islam“ vorgeworfen. Coskun bestreitet die Vorwürfe.

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