Der Wirtschaftsrat der CDU war die Machtbasis von Friedrich Merz, schon bevor er 2018 in die Politik zurückkehrte. Hier sammeln sich jene, die die reine Lehre Ludwig Erhards vertreten und das, was davon in der CDU noch übrig ist, verteidigen wollen.
Hier hat man mal große Stücke auf Merz gehalten, der einst Vizepräsident des Wirtschaftsrates war – und sich viel von seiner Kanzlerschaft erhofft. Das Gegenteil all dieser Erwartungen ist eingetreten. Der um 180 Grad gedrehte Merz hat sich zum Ermöglicher sozialistischer Wirtschafts- und Schuldenpolitik gemacht, eine Ausgaben-Orgie ohne Ende und ohne Ziel eröffnet – und der SPD, so sehen es jedenfalls viele vor Ort, Narrenfreiheit bei der Blockade von Reformen eingeräumt.
Für die meisten Kanzler war die Ein-Jahres-Marke ein Anlass, Erfolgsbilanzen zu ziehen oder zumindest welche zu beschönigen. Friedrich Merz hat selbst dafür kaum noch Zeit. Er ist im Abwehr-Modus. Wo er auch hinkommt, ist Feindesland. In Interviews muss er sich und diese Koalition ohne Ende rechtfertigen. Bei Bürgerdialogen wird er ausgelacht und in den Senkel gestellt.
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