Verkehrsminister Patrick Schnieder schlägt vor, Ticketkontrollen zu reduzieren, um das Bahnpersonal zu schützen. In der Bahn werden Fahrgäste oft aufgefordert, zusätzlich zum Deutschlandticket ihren Personalausweis zu zeigen. „Man könnte die Gewalt um etwa 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichtet”, sagt er im Interview mit dem Handelsblatt am Sonntag. Auch der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz spricht sich für eine Reform der Ticketkontrolle aus.
Schnieder führt aus, dass man festgestellt habe, dass Identitätskontrollen der „Auslöser für erhebliche Grundaggressivität” seien. Nachdem der Bahnmitarbeiter Serkan C. bei einer Ticketkontrolle auf den Kopf geschlagen wurde und an seinen Verletzungen gestorben ist, hat auch die Deutsche Bahn angekündigt, auf Ausweiskontrollen verzichten zu wollen.
Auf Nachfrage des Handelsblattes, ob nun aus Angst, dass die Menschen ausrasten könnten, auf Ticketkontrollen verzichtet werden solle, erwidert der Minister: „Nein, es geht vor allem um die Frage, ob man das intelligenter machen kann. In der U-Bahn wird auch nicht jeder kontrolliert, aber es gibt Stichpunktkontrollen, bei denen die Kontrolleure nicht allein unterwegs sind. Oder Sie kontrollieren bereits am Bahnsteig, wie es andere Länder machen.”
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