Hamburg hatte versucht, fünf ausreisepflichtige Afghanen nach Schweden zu überstellen, gemäß den sogenannten Dublin-Regeln. Doch die gesetzlich vorgesehene Frist von sechs Monaten drohte abzulaufen. Die Betroffenen hatten sich zwischenzeitlich in das Kirchenasyl einer evangelischen Gemeinde in Berlin begeben. Die Polizei griff zunächst nicht ein, obwohl ein gerichtlicher Durchsuchungsbeschluss vorlag.
Im Fall des 26-jährigen Morteza H. kam es nun überraschend anders. Der Mann wurde am Montag in Berlin-Steglitz von der Polizei festgenommen, außerhalb kirchlicher Räume. Danach kam er in Abschiebehaft nach Glückstadt in Schleswig-Holstein. Am Donnerstagmorgen wurde er von der Bundespolizei per Linienflug nach Stockholm überstellt.
Ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde bestätigte gegenüber der B.Z.: „H. wurde nach kurzer Abschiebehaft am Donnerstag nach Schweden überstellt.“ Zuvor hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher scharfe Kritik an der Rolle Berlins geübt. In einem Schreiben vom 15. Juli sprach er von einem „systematischen Missbrauch des Kirchenasyls“ (Apollo News berichtete). Die Rücknahmefrist für H. sei beinahe verstrichen, so seine Sorge.
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