Wenige Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD laut dem Umfrageinstitut INSA auf 34 Prozent. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der evangelischen Nordkirche, Tilman Jeremias, blickt mit großer Sorge auf diese Umfragewerte. Falls die AfD an einer Regierungsbeteiligung käme, werde es „kein Spaß werden für die Religionsgemeinschaften“, sagte Jeremias dem Nordkurier am vergangenen Samstag.
Auf eine Regierungsbeteiligung der AfD wolle sich die Kirche gut vorbereiten – auch juristisch, wie der Bischof im Interview verriet. Die Nordkirche wolle reagieren können, falls eine neue Regierung „die Staatsleistungen abschaffen oder den Einzug der Kirchensteuern durch die Finanzämter einstellen würde“, so Jeremias. In AfD-Kreisen wird immer öfter die Kürzung staatlicher Gelder an die Kirchen debattiert; diese seien viel zu häufig einem linken Zeitgeist unterworfen, so der Vorwurf.
Bereits eine Woche zuvor hatte der Bischof in einem Hirtenbrief scharf gegen die AfD ausgeteilt. „Die Positionen der AfD und anderer rechtsextremer Organisationen“, so Jeremias in dem Schreiben, seien „mit christlichen Werten und mit der Verfassung unserer Kirche nicht vereinbar“. Die AfD sei eine „Gefahr“ für die Demokratie, verkündete der Bischof.
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