Bei der Bürgermeisterwahl in Strausberg konnte sich die parteilose Anette Binder mit 60,8 Prozent im zweiten Wahlgang klar gegen den ebenfalls parteilosen Patrick Hübner durchsetzen. Ursprünglich hätte die Stichwahl bereits am 15. März stattfinden sollen. Sie wurde verschoben, weil der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt, die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl absagte. Im Verdacht steht dabei ausgerechnet der nun unterlegene Patrick Hübner.
Schmidt führte dabei an, dass sich in Hübners Kaffeerösterei das Postfach der Stadt befindet, in dem auch die Briefwahlunterlagen ankamen. Außerdem fand Schmidt es auffällig, dass 30 Prozent der Briefwahlunterlagen nicht zurückkamen – dreimal mehr als üblich. Hübner selbst stritt stets alle Vorwürfe gegen sich ab und klagte auch erfolgreich gegen die Absage der Wahl.
Dass eine Manipulation der Briefwahlunterlagen durchaus einen Unterschied hätte machen können, zeigt ein Blick auf das Ergebnis. Mit 22,5 Prozent der Stimmen holte Hübner die meisten Stimmen aller fünf Kandidaten in der Hauptwahl. Binder kam auf 21,2 Prozent. Wie eng es bei der Wahl zuging, zeigt, dass AfD-Kandidat Dennis Panser mit 16,6 Prozent der Stimmen der Kandidat mit den wenigsten Stimmen war. Zwischen Hübner und Panser lagen nur 630 Stimmen. Insgesamt flossen 2.835 Briefwahlstimmen in das Ergebnis ein.
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