In Köln hat am Donnerstag ein Prozess gegen fünf Mitglieder des serbischen Roma-Clans Jovanovic begonnen. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Dokument, das Ermittler bei einer Durchsuchung der Familienvilla sichergestellt haben. Das Papier trägt die Überschrift „Heiratsverpflichtungen“ und legt offenbar den Verkauf minderjähriger Mädchen im Clan-Milieu vertraglich fest.
Nach Angaben der Ermittler handelt es sich bei dem Schreiben um ein vorgedrucktes Formular, in das lediglich Namen und Beträge einzutragen sind. Es gibt Hinweise darauf, dass derartige „Verträge“ nicht vereinzelt vorkommen. Das Dokument wurde als Beweismittel in die Ermittlungsakte aufgenommen.
Den Beschuldigten wird unter anderem Menschenhandel vorgeworfen. Laut Anklage soll die Familie Jovanovic eine damals 16-jährige Mazedonierin namens Romina S. für 85.000 Euro gekauft, sexuell missbraucht und ausgebeutet haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der Vater des Mädchens seine Tochter selbst an den Clan verkauft und dabei betont, die „Braut“ sei eine gute Diebin.
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