Die schwarz-rote Koalition macht auch Gutes. Meistens dann, wenn sie die Fehler der Ampel korrigiert. So wie nun Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Sie will den „Klinik-Atlas“ einstampfen, wie sie die Medien des RND wissen ließ. Dass sie diesen Erfolg nicht offen verkündet und für sich verbucht, sondern einem Medienbüro zuspielt, dessen wichtigster Kunde zum Teil der SPD gehört, ist bezeichnend. Denn selbst wenn Warken etwas richtig macht, darf sie das nicht als Erfolg verbuchen – der „Brandmauer“ zuliebe.
Lauterbachs Idee hinter dem Klinik-Atlas war, dass Patienten Daten im Netz erhalten, um sich die bestmögliche Behandlung aussuchen zu können. Doch zum einen nahmen die Versicherten den Service nicht an. Sei es, weil die zur Verfügung gestellten Daten für Laien zu kompliziert waren. Oder, weil eine Mutter nicht erst im Netz sucht, ob ein 1000 Kilometer entferntes Krankenhaus vielleicht besser darin ist, einen Knochenbruch zu heilen als das benachbarte Krankenhaus – wenn ihr Kind gerade die Treppe heruntergestürzt ist.
Zum anderen verschlechterte der Atlas die Behandlung. Denn obwohl in den Kliniken ohnehin Stellen unbesetzt sind, sch…üttete Lauterbach das verbliebene Personal mit einem Wust an Bürokratie zu. Jede Handlung musste für den Atlas dokumentiert werden – ganz egal, wie wenige Versicherte auf dessen Daten zurückgriffen. Neben der Arbeitslast entstanden den Häusern Kosten von 1,5 Millionen Euro im Jahr, wie die Krankenhausgesellschaft bereits nach Verabschiedung von Lauterbachs Idee mitteilte.
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