Wenn Politiker „eine Erzählung“, ein Narrativ, präsentieren wollen für ihre Politik, läuft es meistens auf ein Märchen hinaus. Geschlossenheit, Zuversicht, Aufbruch: Zwei Tage hat das Bundeskabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) im brandenburgischen Schloss Neuhardenberg in Klausur verbracht, doch am Ende treten drei Protagonisten vor die Presse, die drei ganz eigene Geschichten erzählen.
Da ist als erstes der „Stimmungskanzler“, der den „verbreiteten Missmut“ bekämpfen will, der lähmt. Merz will die „Verdrießlichkeit“ zurückdrängen. „Es gibt überall ermutigende, ja begeisternde Signale des Optimismus‘“, sagt Merz am Mittwochmittag mit der malerischen Kulisse des Landschlosses im Rücken.
Es ist die alte Idee des Kanzlers, dass es eigentlich ganz gut läuft in Deutschland, nur von immer neuen Miesepetern zerredet werde. „Wir müssen dieses Land neu denken“, sagt einer aus dem Umfeld des Kanzlers. „Wir sind entschlossen, geschlossen und auch guter Stimmung“, sagt Merz. Nur Land und Leute sollen es nun endlich begreifen. Methode Gesundbeten. „Tatkraft und Zuversicht, raus aus dem Missmut“ sind die Schlagworte, die sich immer wieder wolkig in seine Rede mischen. Am Ende des Jahres, so viel Konkretes lässt er sich dann doch entlocken, solle der Konjunkturausblick wieder eine Eins vor dem Komma haben. Wachstum eins Komma X – ein bescheidenes Ziel nach sieben Jahren Stagnation.
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