Merz in der Türkei: Nett sein aus „zwingenden Gründen“

vor 8 Monaten

Merz in der Türkei: Nett sein aus „zwingenden Gründen“
Bildquelle: Tichys Einblick

Merz’ Reise in die Türkei wird ja gerade groß als Annäherungstour vermarktet. Der Stern darf Unklares über die Bedeutung der Begleitung durch Charlotte Merz schreiben. Die Kanzlergattin reise nicht überall hin mit, höchstens mal in den Vatikan, und bleibt ja leitende Richterin am Amtsgericht Arnsberg. Allein das soll also schon eine „außerordentlich freundliche Geste“ sein, ein „Symbol der Annäherung“ und für die Türkei ein „Beweis der neuen Macht“. Überall ist das Land nun wieder gefragt: im Gaza-Friedensschluss, in der Ukraine und als „hohe Pforte“ für die Asylzuwanderer in der EU, daneben noch in der Nato.

Die Türkei soll „ihre Möglichkeiten“ im Namen des Westens „ausschöpfen“, etwa indem sie die Hamas zu weiteren Abmachungen mit Israel treibt – oder zunächst dazu, in die zweite Phase des aktuellen Abkommens einzutreten. In der Tat ist es der erste offizielle Antrittsbesuch Merzens in ein nicht-europäisches Land nach den USA. Das zeigt die Bedeutung, die dem Land zugewiesen wird.

Merz hat sogar noch mehr vor mit der Türkei. Er hat dafür sogar auf ein Treffen mit der Opposition ganz verzichtet. Den Namen Ekrem Imamoglu, der als gewählter Bürgermeister Istanbuls seit März im Gefängnis sitzt und noch immer auf eine Anklage wartet, erwähnte Merz nicht einmal. Dafür bezeichnete Erdogan den Kanzler des öfteren als „werten Freund“.

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