Fast drei Jahre tauchte Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel fast vollkommen unter. Bei ihren wenigen öffentlichen Auftritten, die zumeist im Rahmen von Ehrungen stattfanden, sprach sie kaum über Politik. Am Dienstag erschien das Buch der Altkanzlerin und deshalb brach Merkel ihr Schweigen und tourt nun von Interview zu Interview, um für ihre Autobiografie zu werben. Am Donnerstag war sie schließlich in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner zu Gast. Anders als bei anderen Themen hat Illner zumindest bei der Ukraine-Thematik die ehemalige CDU-Politikerin kritisch befragt.
Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs wird die Russlandpolitik Merkels öffentlich immer öfter kritisiert. Das ist der eine Aspekt ihrer Politik, der mittlerweile breit als ein Fehler anerkannt wird. Dementsprechend deutlich stand ihre Außenpolitik im Mittelpunkt ihres Gesprächs bei Illner. Doch auch wie bereits in ihren Auftritten zuvor verteidigte die Altkanzlerin eisern ihr Verhalten gegenüber Putin. Immer wieder betont sie die Wichtigkeit der Diplomatie. Wieso diese am Ende nicht funktioniert habe, begründet Merkel mit der Corona-Krise. Diese habe eine „sehr fatale Rolle“ dabei gespielt.
Deshalb konnte sie beispielsweise keinen häufigen Austausch mit Putin pflegen, behauptet sie, da sie sich mit dem russischen Präsidenten „nicht treffen konnt[e]“ und „nicht sprechen konnt[e]“. Einen Fehler in ihrem Umgang mit Putin konnte sie nicht erkennen. Auch das Gaspipeline-Projekt Nordstream 2 verteidigte sie als rein „privatwirtschaftlich[en] Projekts“. Dabei hatte sie jahrelang das Projekt gegen allen Widerstand unterstützt.
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