Da sage noch einer, der Kapitalismus sei eine humorlose Angelegenheit, und die Automobilindustrie ein besonders spröder Vertreter dieses Wirtschaftssystems: Dass das so ganz nicht stimmt, beweist derzeit der Daimler-Konzern. Wie die Automobilwoche in Erfahrung gebracht hat, dürfen die dienstwagenberechtigten Führungskräfte der selbständigen Konzerntochter Daimler Truck seit kurzem auch andere Marken wie etwa BMW, Audi oder Skoda als Dienstwagen fahren, nicht mehr ausschließlich – wie seit Jahrzehnten üblich – nur Mercedes-Fahrzeuge.
Die Begründung für diesen Schelmenstreich: Autos mit dem Stern seien als Dienstwagen für die Daimler Truck Geschäftsführung wie für die Führungskräfte teilweise zu teuer geworden.
Damit geht eine Ära zu Ende. Zu den ehernen Prinzipien des Daimler Konzerns gehörte seit eh und je der Grundsatz: „Wer bei Daimler schafft“, der fährt, wenn er kann, einen Daimler, und Dienstwagenberechtigte ohnehin. Das galt selbstverständlich auch für Tochtergesellschaften und Zulieferer. Noch heute wird berichtet, dass Zulieferern, die den Daimler Parkplatz an der Hauptverwaltung oder beim Einkauf in einer Fremdmarke ansteuerten, der Zutritt zum Gebäude verwehrt wurde. Dieser Grundsatz wurde jetzt von Daimler Truck abgeschafft.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











