Nur 40 Prozent glauben an Meinungsfreiheit: Angstland Deutschland – warum wir uns selbst das Reden verbieten

vor etwa 1 Jahr

Nur 40 Prozent glauben an Meinungsfreiheit: Angstland Deutschland – warum wir uns selbst das Reden verbieten
Bildquelle: NiUS

Der Staat schränkt die Meinungsfreiheit ein, für böse Wörter gibt es Hausdurchsuchungen sowie Geldstrafen und deshalb denken völlig zu Recht 40 Prozent der Deutschen, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern können. Das ist das klassische Argument in konservativ-liberalen Kreisen. Und es ist ja auch nicht falsch. Aber die einseitige Schuldzuweisung an den Staat greift zu kurz. Sie ignoriert das Wesen der freien Meinungsäußerung, veränderte Bedingungen und vernachlässigt die Verantwortung des Einzelnen.

Seit dem Jahr 1990 fragt das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) die Deutschen, wie es um die gefühlte Meinungsfreiheit steht. Die konkrete Frage lautet: „Haben Sie das Gefühl, dass man heute in Deutschland seine politische Meinung frei sagen kann, oder ist es besser vorsichtig zu sein?“

Während im Jahr der Wiedervereinigung noch 78 Prozent der Befragten der Ansicht waren, frei reden zu können und nur 16 Prozent mit „besser vorsichtig sein“ antworteten, waren 2023 nur noch 40 Prozent der Deutschen der Auffassung, ihre Meinung frei äußern zu können. Erstmals war mit 44 Prozent die relative Mehrheit auf der vorsichtigen Seite.

Von 1990 bis 2017 sank der „kann frei reden“-Anteil in der IfD-Umfrage langsam und kontinuierlich von 78 Prozent auf 63 Prozent. Der richtige Absturz erfolgte zwischen 2017 und 2021 auf dann nur noch 44 Prozent, wohl nicht zufällig befanden sich die Coronamaßnahmen in diesem Zeitabschnitt.

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