Wer es nicht wusste, erfuhr es von Florian Klenk (Falter), einem der interessantesten Journalisten in Wien und Angehörigen der Generation X. Woran liegt es, dass so Viele anders wählen als früher? Weil die Leute »nicht mehr den ARD-Presseclub schauen oder den Falter, das Profil lesen oder die FAZ oder Die Welt, sondern weil sie mittlerweile in einer ganz anderen Medienwelt, in einem alternativen Medienfeld informiert werden … und hier entsteht auch in Österreich wie in Deutschland eine Gegenöffentlichkeit, die wir gar nicht wahrnehmen …«
»Das Wahlverhalten der FPÖ-Anhänger sei irrational, sagt Florian Klenk. Im Presseclub erklärt er das damit, dass sie alternative Informationsquellen nutzen, wo die unabhängigen Medien als Lügenpresse diffamiert werden.«
Die Schlagzeile der Woche passt zu Klenks Ausführungen: »Habeck hält Wahlsieg der Grünen für unwahrscheinlich«: „Dies ist ein Wahlkampf, der über ein Momentum entschieden wird.“ Er sei sich bewusst, dass er im Konkurrenzkampf mit Unions-Kandidat Friedrich Merz und SPD-Kanzler Olaf Scholz „der Underdog“ sei. Aber es gebe eine Chance und diese nutze er auch. Der Mannheimer Morgen transportiert wie alle Transformations-loyalen Medien den Habeck’schen Versuch, die Merz’sche Strategie im Schlafwagen ins Kanzleramt in der Pose des Lernfähigen zu nutzen. Es sei wichtig, dass die Bürger sähen, die Parteien hätten aus dem Ampel-Aus Schlüsse gezogen. Mit Parteien meint Habeck natürlich nur sich selbst und sagt ganz in seinem Monarchendeutsch huldvoll gnädig: „Ich nehme das auch gern an.“ Die Resonanz auf den Wahlkampf der Grünen sei sehr hoch. Sie müssten teilweise tausende Leute wieder wegschicken. – Heiliger St. Florian, dieser Habeck zündet seine Hütte selber an.
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