In einer Rede vor den Delegierten der konservativen Partei im Oktober 1983 zeigte die britische Premierministerin Margaret Thatcher, warum man sie „Eiserne Lady“ nannte: Sie trat mit Mut und Entschlossenheit für Freiheit im Innern und nach außen auf. NIUS dokumentiert die wichtigsten Passagen der Rede – und in den kommenden Tagen weitere historische Ansprachen.
Nachdem der „winter of discontent“ (Winter der Unzufriedenheit) 1978/79 zum Sturz der Labour-Regierung Callaghan geführt hatte, gewann Thatcher die Wahl am 3. Mai 1979 und zog als erste Premierministerin in die Downing Street No. 10 ein. Sie verordnete der schwer kriselnden Wirtschaft Großbritanniens eine Schocktherapie monetaristischer Art, vor allem, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Sie senkte Unternehmenssteuern, um Leistungsanreize zu schaffen, strich die Subventionen für Staatsbetriebe zusammen, schaffte die Devisenkontrollen ab – und legte sich mit den Gewerkschaften an.
Mit Erfolg. Auch in der Außenpolitik gab sich Thatcher kämpferisch: Als die argentinische Militärjunta im April 1982 die Falklandinseln besetzen ließ, eine britische Inselgruppe im Südatlantik, schickte die Regierung die Royal Navy los, um die Falklands zurückzuerobern. Es gelang. Die Neuwahlen 1983 gewann Thatcher bravourös.
1982: Britische Einheiten landen auf den Falkland-Inseln, um diese den Argentiniern wieder zu entreißen.
In ihrer Rede an die Tories erklärte sie, die ersten vier erfolgreichen Jahre seien nur „eine Vorbereitung auf weitere Maßnahmen“ gewesen. Die Konservativen seien gewählt worden, um die Gewerkschaften zu reformieren, das Wohneigentum zu erweitern, die direkten Steuern zu senken, zur Stärkung der Ordnungskräfte, mit einem klaren Bekenntnis zur Europäischen Gemeinschaft und einem beharrlichen Kampf für die britischen Interessen in dieser Gemeinschaft – und um die Verteidigung des Königreichs sicherzustellen:
„Diese Dinge wurden durch eine starke Regierung erreicht, die stark genug ist, das zu tun, was nur Regierungen tun können. Aber eine starke Regierung weiß, wo sie die Grenze ziehen muss. Sie hat das Selbstvertrauen, den Menschen zu vertrauen. Und ein freies Volk weiß, dass die Macht der Regierung begrenzt sein muss. Dieses Vertrauen und diese Zuversicht sind das Markenzeichen der Regierung, die am 9. Juni wiedergewählt wurde.“
In ihrer etwa 47 Minuten langen Rede ging Thatcher zwar auch auf die Außenpolitik ein, speziell die Herausforderung durch die Sowjetunion, deren Führer „dem Westen wahrscheinlich weiterhin misstrauisch und feindselig gegenüberstehen und in ihrem internationalen Handeln rücksichtslos sein“ würden, dennoch müsse man in Genf über die Mittelstreckenwaffen und auch die strategischen Langstreckenraketen verhandeln.
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