Macron versiebt es zum siebten Mal. Und nun?

vor 9 Monaten

Macron versiebt es zum siebten Mal. Und nun?
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Beinahe ein Totgeborener der Republik, so fasst der Figaro den Rücktritt des eben erst ernannten Premierministers Sébastien Lecornu zusammen. Das war keine lange Amtszeit. 27 Tage dauerte sie und kam nicht einmal über die erste Hürde hinweg, die mit Spannung erwartete Benennung des neuen Kabinetts. Das gerade vorgestellte Kabinett „implodiert unter freiem Himmel, ohne dass eine Amtsübergabe stattgefunden hätte“, so der Figaro. Der Rücktritt Lecornus hat Frankreich erneut ins Chaos geworfen, eigentlich ins absolute Chaos, aber was macht das noch für einen Unterschied.

Es war der Name Bruno Le Maire, ein ehemaliger Republikaner, aber 2017 zur Macron-Partei LREM (heute Renaissance) übergelaufen, der das Kartenhaus zum Einsturz gebracht haben soll. Aus der Parteizentrale der Republikaner hieß es, Parteichef Retailleau sei „sauer“: „Wir können nichts ausschließen.“ Auch nicht den Austritt aus dem Kabinett, das ohnehin über keine Mehrheit verfügt. Aber durch den Innenminister Retailleau kann man zumindest so tun, als habe man einen Rechtsschwenk vollführt. Und das ist offenbar wichtig.

Warum der Name Le Maire einen solchen allergischen Schock bei Retailleau auslöste, darüber kann man nur spekulieren. Die Republikaner hatten Le Maire 2017 aus ihren Reihen suspendiert, weil er in ein Kabinett unter Macron eintreten wollte. Bis 2024 war Le Maire dann Finanzminister in verschiedenen Kabinetten und insofern auch mit verantwortlich für den fortschreitenden Niedergang der Staatsfinanzen unter Macron, den die aktuelle Krise schon fast wieder vergessen macht. Denn ohne Regierung scheint alles nichts im Heimatland des Etatismus. Nun wurde Le Maire zum Verteidigungsminister. Auch das ist in diesen Zeiten ein Amt von Bedeutung, das den Neid der Republikaner erregt haben könnte.

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