Die Zahl der eingegangenen Asylklagen an deutschen Verwaltungsgerichten hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Wurden 2023 noch 71.885 Klagen gegen negative Asylbescheide eingereicht, waren es 2024 bereits 100.494. Im vergangenen Jahr wurde dann mit 143.221 ein neuer Rekordwert erreicht. Darüber berichtet die Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Deutsche Richterzeitung.
Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, zeigt sich über diese Entwicklung sichtlich besorgt: „Die Rekordeingangszahlen und immer höhere Aktenbestände müssen ein letzter Weckruf für die Politik sein, jetzt endlich umzusteuern“, sagte er der Funke Mediengruppe. Laut seiner Einschätzung würden derzeit „rund 2.000 Staatsanwälte und einige hundert Verwaltungsrichter“ fehlen.
„Gelingt es den Regierenden nicht, diese eklatanten Probleme zügig zu lösen, wird das angekratzte Vertrauen in die Politik weiteren Schaden nehmen“, sagte Rebehn weiter. Insbesondere das 2023 anvisierte Ziel, Asylverfahren innerhalb eines halben Jahres abzuschließen, sei bisher immer noch weit von der Realität entfernt. „Tatsächlich benötigen die Gerichte im bundesweiten Schnitt noch immer fast doppelt so lange, in Berlin und Hessen sogar mehr als 16 Monate“, kritisiert Rebehn.
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