Blackbox KW 14 – Die jetzt ganz neue Weltordnung

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Blackbox KW 14 – Die jetzt ganz neue Weltordnung
Bildquelle: Tichys Einblick

Kaum sitzt der neue Croupier am Kartendeck, schon verlassen die Spieler fluchtartig den Spieltisch. DAX und DOW JONES, je minus 1.000 Punkte. Und wo geht das Geld hin? In 10-jährige US-Staatsanleihen, deren Verzinsung entsprechend sinkt. Deshalb lächelt Don, der Kartengeber, denn die USA müssen folglich weniger Zinsen zahlen.

♦ Unsere politische Verantwortungsgemeinschaft und ihr Presseappendix hatten offenbar keine Ahnung, dass US-Zölle bevorstehen würden. So hob nun ein Geschnatter an wie auf dem Gänsemarkt, und aus allen europäischen Hauptstädten ließen sich in vielen Sprachen aufgeregte Mandarine vernehmen mit abstrusen Ideen und Vorschlägen, wie der neuen Lage beizukommen sei. EUrsel von der Leine behauptete in Usbekistan, man sei „bereits dabei, das erste Paket von Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Zölle fertigzustellen“. Aha, bereits dabei. Der in der Europa weitestgehend unbekannte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic will schnellstens „mit US-Vertretern sprechen“. Vorher hatte er anscheinend keine Zeit gefunden. Monsieur Macron rief dazu auf, Investitionen in den USA vorerst auszusetzen. Wer, bitteschön, tätigt seine Investments nach Aufrufen von Politikern? Italien machte wenigstens einen vernünftigen Vorschlag in Hinsicht auf die europäische Autoindustrie. Man solle gefälligst die Vorschriften zur Senkung von Industrieemissionen aussetzen.

♦ Die staatstreue Presse beömmelte sich indessen über US-Zölle für die Weihnachtsinseln, die gar keinen Handel treiben (aber von Australien verwaltet werden). Das folgt dem verordneten oder sogar geglaubten Narrativ, in den USA sei ein Verrückter einem geistig bis zur Machtübergabe stets besonders regen Joe Biden ins Amt gefolgt. Dass die Staatsverschuldung und eine erratische Sanktionspolitik die USA an den Rand der Staatspleite gebracht haben, ist bis zu hiesigen Experten, oft mit spezialdemokratischem oder grünem Hintergrund, noch nicht durchgedrungen. Dass die Globalisierung mit gleichzeitiger, gesteuerter Völkerwanderung zwangsläufig zum Untergang des „Westens“ führen würde, wollte niemand wahrhaben. Die einen wegen steigender Börsenkurse dank ausgelagerter billiger Arbeitsplätze nicht, die anderen nicht wegen ideologischer Blindheit. Trump versucht nun die Kehrtwende, mit fixen Burschen und cleveren Mädchen an seiner Seite, und die Herrschaften vom Team EU werden die Deppen sein. Aber die haben wir ja selbst gewählt. Irgendwie.

♦ So sieht es derweil in Schland aus: „Staatsschulden steigen 2024 stark – öffentliches Defizit von 104,4 Milliarden Euro“. Die Antwort unserer Politiker auf das Problem: mehr Schulden, höhere Steuern und Abgaben. Weiterschlafen.

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