Als ihr Vater Ende der 90er Jahre das Stahlwerk im niedersächsischen Georgsmarienhütte südlich von Osnabrück übernahm, war es marode und verschuldet. Niemand wollte es haben – am Ende erwarb Familienunternehmer Jürgen Großmann Grundstück und Firma für zwei Mark.
Dann machte er es zu einem stabilen, profitablen und technologisch fortschrittlichen Unternehmen, gar zu einer Unternehmensgruppe mit 20 Standorten und 6000 Mitarbeitern, fast sechsmal mehr als damals. Inzwischen ist die 36-jährige Anne-Marie Großmann Chefin des Stahlwerks, das sich lange als an der Spitze des technologischen Fortschritts stehend begriffen hatte – und verzweifelt.
Denn Krise auf dem Stahlmarkt, die hohen Energiepreise und sonst schlechten Standortbedingungen in Deutschland drohen, die Erfolgsgeschichte des Unternehmens zunichtezumachen. Dem Handelsblatt erklärt sie die prekäre Lage ihres Stahlwerks – und der Industrie insgesamt.
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