Nackte Frauen, die im Kreis Jetski fahren, mit dem Kopf nach unten als menschlicher Glockenklöppel herhalten oder in Besucherurin baden: Der österreichische Länderpavillon der Kunst-Biennale in Venedig hat noch vor der Eröffnung am 9. Mai sowohl Aufmerksamkeit als auch Kritik sicher. Vor allem deshalb, weil die österreichischen Steuerzahler die Installationen der umstrittenen Wiener Performance-Künstlerin Florentina Holzinger mit 600.000 Euro finanziell unterstützen müssen.
„Der Pavillon in Venedig wird für uns nicht nur ein Unterwasser-Themenpark, sondern auch ein Sakralbau und eine Kläranlage sein. Es geht in dieser technischen Installation thematisch um Schmutz, Verunreinigung und ihre Beseitigung“, berichtete Florentina Holzinger bereits im Vorfeld. „In Venedig, einer Stadt mit einer tiefen und zugleich prekären Beziehung zum Wasser, nimmt meine fortwährende Faszination für dieses Element neue Dimensionen an“, so Holzinger auf der Seite der Biennale. Was sich genau hinter dem Projekt mit dem Namen „Seaworld Venice“ verbirgt, ist zum Teil schon jetzt bekannt – und wird nach dem neunten Mai der Weltöffentlichkeit präsentiert.
25 Performerinnen, allesamt splitterfasernackt, sollen sich bis zum Ende der Biennale am 22. November täglich in der Wasserwelt aufhalten – und dabei unter anderem im Urin planschen. Für die Installationen, darunter auch Pipi-Pools, wird auch der Harn der Besucher in Toilettentanks gesammelt und anschließend den Becken zugeführt – allerdings in geklärter Form.
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