Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die geplante Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises auf der Leipziger Buchmesse abgesagt. Die Preisverleihung sollte am 19. März stattfinden. Zuvor hatte das Ministerium entschieden, drei Buchhandlungen aus dem linken Spektrum von der bereits veröffentlichten Liste der Preisträger zu streichen. Betroffen waren der Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin, „The Golden Shop“ in Bremen sowie die Buchhandlung „Rote Straße“ in Göttingen. Als Begründung wurden „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ genannt. Die Entscheidung löste Kritik aus Politik und Buchbranche aus.
Wie mehrere Medien nun übereinstimmend berichten, erklärte das Haus des Kulturstaatsministers, die Debatte über diese Entscheidung überlagere den eigentlichen Zweck der Veranstaltung. Eine angemessene Würdigung der ausgezeichneten Buchhandlungen sei unter diesen Umständen nicht möglich. Die Preise selbst sollen dennoch vergeben werden. Die ausgezeichneten Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunden erhalten, die Hauptpreise sollen auf anderem Weg bekannt gegeben werden.
Der Deutsche Buchhandlungspreis wird seit 2015 vom Bund vergeben und soll kleinere und unabhängige Buchhandlungen auszeichnen. Nach Angaben des Programms stehen dafür jährlich rund eine Million Euro aus dem Kulturhaushalt zur Verfügung. Vergeben werden bis zu 100 Preise à 7.000 Euro, zusätzlich mehrere größere Auszeichnungen bis zu 25.000 Euro.
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