„Kühe gegen Autos“: Der Mercosur-Deal steht dank Milei und Meloni

vor 6 Monaten

„Kühe gegen Autos“: Der Mercosur-Deal steht dank Milei und Meloni
Bildquelle: NiUS

Die EU-Kommission feiert den Durchbruch in den Verhandlungen mit Südamerika. Die EU und die Staaten des Bündnisses Mercosur haben sich auf Freihandel geeinigt. Dagegen hatten linke Regierungen und NGOs über Jahrzehnte erfolgreich Front gemacht, mit erfundenen Geschichten und Verschwörungstheorien. Doch der Erfolg für den Freihandel hängt überwiegend an zentralen Personen, über die die Medien praktisch nicht sprechen: Milei und Meloni.

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten am Freitag grünes Licht für das umstrittene Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten gegeben. Die Einigung markiert einen Durchbruch. Doch der Weg dahin war holprig, und der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das Abkommen soll eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen: einen gemeinsamen Markt mit über 700 Millionen Menschen in der EU und den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Etwa 90 Prozent der derzeit geltenden Zölle zwischen beiden Regionen würden schrittweise wegfallen.

Der Deal folgt einer einfachen Logik, die in Brüssel als „Kühe gegen Autos“ beschrieben wird: Europäische Autohersteller, Maschinenbauer und Pharmaunternehmen bekommen besseren Zugang zu südamerikanischen Märkten. Aktuell werden europäische Autos dort mit bis zu 35 Prozent Zoll belegt. Im Gegenzug können südamerikanische Agrarprodukte wie Rindfleisch, Zucker und Kaffee zu ermäßigten Sätzen nach Europa importiert werden, allerdings mit Mengenbegrenzungen zum Schutz europäischer Landwirte. Für die EU geht es aber um mehr als Handel: Das Abkommen ist auch eine geopolitische Positionierung. Unabhängiger von den USA und gleichzeitig auch China werden und neue Handelsbeziehungen aufbauen, so lautet das Ziel.

Letztlich können wir aber feststellen, dass erst der Druck von Trump, der Wegfall Russlands als Energielieferant und ein immer stärkeres China als Konkurrent der EU den Deal möglich gemacht haben. Denn in Europa selber war der Widerstand stets massiv. Deswegen dauerte es auch ein Vierteljahrhundert, bis es nun endlich eine Einigung gab.

Der fast 25 Jahre währende Streit um das EU‑Mercosur‑Abkommen war in Europa und vor allem bei NGOs deshalb so heftig, weil sich an ihm Grundsatzfragen entzündeten, wie Handelspolitik mit Klima‑, Umwelt‑ und Sozialstandards vereinbar sein soll. Während exportorientierte Industriebranchen in der EU auf neue Marktchancen hofften, sahen viele Regierungen, allen voran Frankreich, unterstützt etwa von Österreich und Polen, ihre Landwirtschaft durch zusätzliche Importe von vergleichsweise billigem Rindfleisch, Geflügel und Zuckerrohr aus den Mercosur‑Staaten unter massiven Wettbewerbsdruck gesetzt.

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