Vor kriegsuntüchtigen Kriegslustigen wird gewarnt – haltet die Köpfe unten

vor etwa 1 Jahr

Vor kriegsuntüchtigen Kriegslustigen wird gewarnt – haltet die Köpfe unten
Bildquelle: Tichys Einblick

Linke sind unfehlbar. Deswegen vertreten sie keine Meinungen, sondern verkünden Wahrheiten. Wer anders fühlt, denkt, redet oder handelt als sie, muss daher böswillig sein. Ein Hetzer. Mindestens. Eher ein Nazi. Darunter macht es der Linke nicht gerne. Trotzdem sind unter Linken derzeit Artikel beliebt, in denen sie eingestehen, dass sie sich in Sachen Militär geirrt hätten. Bis jetzt seien sie Pazifisten gewesen, weswegen sie auch den Wehrdienst verweigert hätten, als der noch praktiziert wurde. Doch das sähen sie heute anders. Jetzt würden sie liebend gerne zur Waffe greifen. Auch wenn aus ihren Beiträgen durchschimmert, dass sie nicht wirklich wissen, was exakt mit dieser Waffe zu tun wäre.

Der Autor dieser Zeilen hat sich nicht geirrt. Zumindest nicht in Sachen Wehrdienst. Er war bei der deutschen Armee. In den 90ern. Als es nur noch eine davon gab und ein Feind für die nicht wirklich in Sicht war. Aber der war da. Der Autor wollte heute, er könnte behaupten, er habe damals seine vaterländische Pflicht erfüllt und sei bereit gewesen, eben dieses Vaterland gegen seine Feinde zu verteidigen. Das hat er damals tatsächlich auch in manchen Gesprächen versucht zu vermitteln. Doch so war es nicht. Nicht in den 90ern, als kein Feind in Sicht war und die deutsche Freiheit auch nicht am Hindukusch oder dem Don verteidigt wurde.

Der Wehrdienst beginnt – seine neuen Befürworter wissen das vermutlich nicht – mit der Grundausbildung. In dieser Zeit lernt ein Rekrut, wie sich ein Soldat anzieht, vorwärts geht oder seitwärts, das Bett macht, sich unter feindlichem Feuer auf den Boden wirft, ein Maschinengewehr einfettet oder ein Gewehr auseinander und dann wieder zusammenbaut. Diesem Rekruten sagte sein Gruppenführer, ein Oberfeldwebel, was sie ihm hier vor allem beibringen würden, das sei, im Ernstfall den Kopf unten zu halten. Den Namen des Oberfeldwebels hat der Autor vergessen. Er möchte ihn Fehlinger nennen, aber so hieß sein Kommandant. Die Botschaft des Oberfeldwebels wird indes noch sitzen, wenn dem Autoren die Demenz eines Tages die letzte Gehirnzelle gefressen hat.

Damals fand der Autor diese Botschaft verblüffend: War er wirklich zur Armee gegangen, um zu lernen, den Kopf unten zu halten? War es nicht der eigentliche Sinn einer Armee, dem Feind den Kopf wegzuschießen? Liebe neue Kriegsdienst-Befürworter, verzeiht mir diese martialische Sprache. Aber in diesem Text geht es ums Töten. In euren ebenfalls – auch wenn euch das offenbar nicht so recht bewusst ist. Der Autor dieser Zeilen jedoch ist dem Oberfeldwebel für den Rest seiner Tage dankbar für den Hinweis, dass es im Krieg darum geht, den Kopf unten zu halten. Das war wirklich eine Lektion fürs Leben. Allein dafür hat es sich gelohnt, zur Armee zu gehen.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel