Von zwei bekannten Podcastern eingesprochene Werbung nennt der Journalist Gabor Steingart „Prostitution“. Der Streit darüber wird öffentlich auf der Plattform X (früher Twitter) ausgetragen.
Wer hätte das gedacht: Die derbe, polemische Schmähvokabel „Presstituierte“, mit der das Protestmilieu zuweilen Journalisten bedenkt, die sich der Macht andienen und die Politik verteidigen, um auch im Regierungsflieger mitreisen zu dürfen, würden diese sich natürlich verbitten.
Doch jetzt hat Gabor Steingart, Gründer des Medienunternehmens Media Pioneer, das das Portal The Pioneer mit einem Redaktionsschiff betreibt, seinen Berufskollegen Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld, die den sehr erfolgreichen Politik-Podcast „Machtwechsel“ verantworten, vorgeworfen, käuflich zu sein. Grund dafür ist, dass die beiden darin Werbetexte vorlesen.
Diese „Host-Read-Ads“ sind eine Form der Werbung, die in den USA den Anfang der kleinen Radiostationen möglich gemacht haben und einen gewissen Retro-Charme besitzen, aber nicht unumstritten sind. Steingart knöpfte sich, ohne Alexander und Rosenfeld beim Namen zu nennen, die beiden vor:„Renommierte Journalisten lesen in ihren Podcasts Reklametexte vor, die als sogenannte Host-Read-Ads besonders wertvoll sind“, meinte Steingart. „Man tauscht Glaubwürdigkeit gegen Geld, unter Beibehaltung der eigenen Stimme. In der Statistik firmiert das weiter unter ‚Publizistik‘. Ehrlicher wäre die Umbuchung zur Prostitution.”
Der Text von Gabor Steingart, der den Zoff auslöste.
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