Die kleine Stadt Rastatt zählt rund 50.700 Einwohner – und sie galt lange als ein Fixpunkt auf der wirtschaftlichen Landkarte Baden-Württembergs. Das lag vor allem an Mercedes. Der Konzern produziert dort Fahrzeuge der A- und B-Klasse, den GLA, den EQA und den neuen CLA. Am Standort laufen (oder liefen) unterschiedliche Antriebstechnologien vom Band: klassische Verbrenner, Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle für den Weltmarkt.
Doch Rastatt hat ein Problem – ein strukturelles, hausgemachtes Problem: seine ökonomische Monokultur. Der politisch orchestrierte Angriff auf den Verbrennungsmotor und dessen Produktion in Deutschland hat nun auch den Mercedes-Standort Rastatt in die Knie gezwungen. Die Folgen sind dramatisch. Für das Jahr 2026 rechnet die Stadt nur noch mit einem Gewerbesteueraufkommen von gerade einmal einer Million Euro. 2024 waren es noch über 100 Millionen.
Inzwischen spricht man mit Blick auf den Niedergang der deutschen Automobilindustrie auch vom „Rastatt-Syndrom“.
Und dieses Syndrom hat auch die Landeshauptstadt Stuttgart erfasst.
Nach Rekordeinnahmen von 1,6 Milliarden Euro bei der Gewerbesteuer im Jahr 2023 hat sich das Volumen im laufenden Jahr halbiert. Und für das kommende Jahr erwartet man einen weiteren Einbruch um mindestens 20 Prozent.
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