Klingbeil und Bas lehnen Rücktritt ab: Ausreden, Ansagen und eine Hiobsbotschaft für Friedrich Merz

vor 4 Monaten

Klingbeil und Bas lehnen Rücktritt ab: Ausreden, Ansagen und eine Hiobsbotschaft für Friedrich Merz
Bildquelle: Apollo News

„Das war für uns ein katastrophaler Wahlabend“, eröffnet Lars Klingbeil eine Pressekonferenz, bei der nach viel Hin und Her auch Fragen zugelassen werden. Man hätte es auch ohne schaffen können. Denn die Fragen, die im Raum stehen, sind klar und drängend. Umso hilfloser wirken Klingbeil und seine Co-Vorsitzende Bärbel Bas.

Wer mit einem Rücktritt gerechnet hatte, wurde enttäuscht: Es war ein Bekenntnis zu einem personellen „Weiter-so“, das direkt abgelegt wurde. Dazu kam die neue Ausreden-Parole Nummer eins, die sich die SPD ausgedacht hat: „Wir haben zwei Kriege“. Seit Sonntagabend um 18 Uhr wird diese Erklärung gebetsmühlenartig von Lars Klingbeil, Bärbel Bas oder Generalsekretär Tim Klüssendorf vorgetragen. „Wir haben zwei Kriege“, erklärt auch Klingbeil am Montagvormittag wieder. Das soll heißen: Wir können den SPD-Vorsitz nicht austauschen, die Weltlage ist zu brisant.

Eine Ausrede, die nicht nur billig, sondern vorerst auch unnötig ist: Denn niemand von Rang und Namen scheint unter diesen Umständen Lust auf den SPD-Vorsitz zu haben. Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlands und Sehnsuchtskandidatin der Sozialdemokraten, lehnt schon am Morgen direkt ab – und liefert eine Begründung mit, die für die beiden Amtsinhaber wie eine Spitze wirken dürfte. „Ich glaube, es ist sinnvoll, das mit voller Kraft in Berlin auch zu tun“, sagte Rehlinger am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Der Parteivorsitz sei keine Aufgabe, die man „als Teilzeitkraft im Willy-Brandt-Haus“ erledigen könne.

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