SPD-Finanzminister Klingbeil kritisiert gegenüber der Rheinischen Post, dass Frauke Brosius-Gersdorf vor der Sommerpause des Parlaments nicht zur Verfassungsrichterin gewählt wurde. „Wenn wir Absprachen treffen, dann müssen die gelten. Darauf müssen wir uns als SPD verlassen können“, sagte er. Das sei bei der Richterwahl jedoch nicht der Fall gewesen. „Beim Start in die Sommerpause wurden die Erfolge der Koalition dadurch überlagert“.
Damit erhöht der Vizekanzler den Druck auf die Unionsfraktion, Frauke Brosius-Gersdorf doch zuzustimmen. Bereits der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch forderte ein Treffen zwischen der Juraprofessorin und der Union, „um jenseits der aufgeheizten Stimmung eine sachliche Meinungsbildung herbeizuführen“. Er bezeichnete sie als „hervorragende Kandidatin“ (Apollo News berichtete).
Frauke Brosius-Gersdorf selbst hat nun rechtliche Schritte gegen den „Plagiatsjäger“ Stefan Weber eingeleitet. Dieser hatte Anfang der Woche bei Bild den Vorwurf erhoben, dass Teile der Doktorarbeit von Brosius-Gersdorf von ihrem Mann als „Ghostwriter“ verfasst worden sein könnten. Dazu verwies er auf „gemeinsame Zitierfehler und gemeinsame distinkte Formulierungen“ (mehr dazu hier). Die Anwälte der Juraprofessorin haben Stefan Weber in einem Schreiben, das Welt vorliegt, aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen.
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