Der Ökonom und Regierungsberater Jens Südekum hat seinen Vorschlag für eine Reform des Rentensystems konkretisiert. In einem Interview bei der Neuen Osnabrücker Zeitung sprach er sich dafür aus, den Renteneintritt stärker an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln. Ziel sei eine „effektive Verlängerung der Lebensarbeitszeit“.
Nach seiner Vorstellung müsste jeder Arbeitnehmer dafür mindestens 45 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um ohne Abschläge in den Ruhestand gehen zu können. Der Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und persönliche Berater des SPD-Finanzministers Lars Klingbeil hatte seine Idee bereits im vergangenen Dezember öffentlich gemacht.
„Ich erwarte, dass die Rentenkommission entsprechende Berechnungen aufstellt und Vorschläge macht. Die Festlegung auf eine Jahreszahl ist am Ende natürlich Sache der Politik“, so Südekum im Interview. Sein Ansatz sieht vor, die bisherige feste Altersgrenze – derzeit liegt das reguläre Renteneintrittsalter in Deutschland bei 67 Jahren – abzuschaffen und durch eine feste Zahl an Beitragsjahren zu ersetzen. Dadurch könnten manche Menschen bereits vor dem 67. Lebensjahr aufhören zu arbeiten, während andere länger tätig bleiben müssten.
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