Es war das Treffen zweier ungleicher Politiker. Auf der einen Seite der amerikanische Finanzminister Scott Bessent, ein Wall-Street-Investor, dessen erklärtes Ziel es ist, die amerikanischen Staatsfinanzen durch radikale Konsolidierungsmaßnahmen zu sanieren. Kern seiner politischen Agenda ist die Wiederbelebung einer dynamischen US-Wirtschaft über radikale Deregulierungsschritte, Steuersenkungen und den Rückzug des Staates aus dem privaten Sektor.
Auf der anderen Seite der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil, der in diesen Tagen mit dem größten Schuldenprogramm der Bundesrepublik aufwartet und in der Flucht in den Interventionsstaat sein Heil sucht. Es war nicht nur das erste Treffen zweier Politiker mit völlig unterschiedlichem Lebensweg, sondern auch die erste, freundschaftlich im Ton gehaltene, Kollision gegensätzlicher politischer Ideologien.
Wie zu erwarten war, stand die Nachbereitung des Handelsdeals zwischen den USA und der EU auf dem Programm. Klingbeil bemerkte zu Recht, dass sich im Ergebnis der Verhandlungen die Schwächen der Europäer offenbarten.
Europa müsse stärker werden, so Klingbeil mit Blick auf das Ergebnis der Handelsrunde. Man könne nur gemeinsam gegenüber den USA mit mehr Selbstvertrauen auftreten. Allerdings im Dialog und nicht gegen die USA. Klingbeil oszillierte zwischen Konfrontation und ausgleichender Rhetorik und wies darauf hin, die Hand der Europäer sei für weitere Gespräche ausgestreckt (wie großzügig). Man wolle gemeinsame Lösungen finden, so Klingbeil.
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