Deutschland will fünf Jahre früher als seine Partner in der Europäischen Union klimaneutral werden. Das zwischen Union und SPD vereinbarte Ziel für 2045 stößt bei Ökonomen, Wirtschaftsvertretern und der Europäischen Kommission jedoch auf immer mehr Skepsis. Das berichten die Welt und der Business Insider.
In einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner räumte die Europäische Kommission ein, dass die direkten zusätzlichen Effekte begrenzt seien, wenn ein einzelner EU-Staat seine Emissionen schneller reduziere als andere. Zwar könnten besonders engagierte Staaten als globales Vorbild dienen, ein substanzieller Klimanutzen des deutschen Sonderwegs ist aber nicht gesichert. Deutschland verfolgt seinen Klimaehrgeiz also ohne wirklichen Effekt.
Der Kern der Kritik liegt dabei im europäischen Emissionshandelssystem. Verschmutzungsrechte, die Deutschland nicht nutzt, könnten problemlos von anderen Staaten erworben und genutzt werden. Eingesparte deutsche CO2-Emissionen würden so anderswo verbraucht. Der Effekt für das Klima wäre also allein eine Verlagerung der Emissionen. Deutschland stünde dann mit weniger Emissionen da, die aber von Polen, Tschechien, Frankreich oder irgendwem sonst genutzt werden könnten. Der Ökonom Joachim Weimann von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nennt daher die deutsche Idee, vor allen anderen klimaneutral zu sein, wirkungslos. Er sieht darin eine Belastung für den deutschen Wohlstand ohne klimapolitischen Gegenwert.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











