In Zürich und bei der Hamburger Premiere Ende Februar wurde es begeistert gefeiert. Jetzt also die nächste Aufführung von „Die kleine Meerjungfrau“ am Hamburger Thalia-Theater, wo kürzlich das Stück „Prozess gegen Deutschland“ für Aufsehen sorgte.
Das Staatstheater der Hansestadt Hamburg liegt unweit der Shoppingmeile Mönckebergstraße, wo tagsüber gerne mal Vorstadt-Beyoncés und Teilzeit-Bushidos flanieren. 50 Meter weiter also Hochkultur. Theoretisch.
Laut Pressestelle sind keine Bundesmittel in die Produktion geflossen, das Stück ist eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich. Das Thalia-Theater erhält hingegen immer wieder öffentliche Mittel. Die Inszenierung von Bastian Kraft soll eine quietschbunte Revue mit nachdenklichen Tönen sein, „A fluid fairy fantasy“, steht auf dem Programmheft. Die Intendantin Sonja Anders hatte jüngst noch betont, man wolle in einem linken Haus auch rechte Stimmen zulassen. Heute herrscht hier wieder der Regenbogen.
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Schauspieler Timothée Chalamet hat sich mit seinem Statement, für Ballett und Oper interessiere sich niemand mehr, den Oscar vergeigt. Für dieses Stück interessieren sich aber viele: volles Haus, ein „buntes“ Publikum, dazwischen ein paar ältliche Abonnenten, mit Eukalyptus-Bonbons bewaffnet, falls der obligatorische Hustenanfall kommt.
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