Amazon schmeißt 30.000 Menschen raus. An ihrer Stelle soll jetzt Künstliche Intelligenz die Arbeit übernehmen. Und das ist erst der Anfang und Amazon ist nicht allein. Überall entlassen Unternehmen Tausende von Mitarbeitern. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch weiter verstärken. Die Nachrichten sind voll davon, aber in der Politik wird nicht darüber geredet. Wenn die Katastrophe auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr übersehbar ist, dann geben sich unsere Politiker wieder völlig überrascht. Wir kennen dieses Muster bereits aus der Flüchtlingskrise von 2015 und auch aus den Corona-Jahren. Wir wissen auch, welche Folgen das hatte. Jetzt stehen wir vor der nächsten Episode.
Der E-Commerce-Riese Amazon bereitet sich auf einen umfangreichen Stellenabbau vor. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen bis zu 30.000 Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich gestrichen werden. Drei mit den Vorgängen vertraute Personen bestätigten gegenüber Reuters, dass die Kündigungen bereits begonnen haben. Der geplante Personalabbau entspricht nahezu zehn Prozent der etwa 350.000 Verwaltungsmitarbeiter des Konzerns. Besonders stark betroffen ist nach Angaben des Wirtschaftsmagazins „Fortune“ die Personalabteilung, wo rund 15 Prozent der Belegschaft ihre Stelle verlieren sollen. Insgesamt beschäftigt Amazon weltweit circa 1,55 Millionen Mitarbeiter. Die Kürzungen fallen damit deutlich umfangreicher aus als die zunächst im November 2022 von US-Medien kolportierten 10.000 Stellen.
Hintergrund der Maßnahme sind Bemühungen zur Kostensenkung sowie Abbau überdimensioniert erfolgter Einstellungen während der Corona-Jahre. In der Corona-Zeit hatte das Versandgeschäft einen beispiellosen Boom erlebt, was Amazon zu massiven Neueinstellungen veranlasste. Amazon-Chef Andy Jassy verfolgt seit geraumer Zeit eine Strategie zum Bürokratieabbau innerhalb des Konzerns. Teil dieser Initiative ist auch die Reduzierung von Führungsebenen. Zudem hatte Jassy im Juni angekündigt, dass der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Routinetätigkeiten weitere Personalanpassungen nach sich ziehen werde. Neben der Verwaltung könnten auch die Geräte- und Dienstleistungssparte sowie das operative Geschäft von den Kürzungen betroffen sein. Amazon wird am Donnerstag seine Quartalszahlen präsentieren. Die Aktie des Unternehmens stieg schon mal an den Börsen.
Amazon-Chef Andy Jassy
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