Eben noch mussten die Beitragszahler sie dafür entlohnen, dass sie den Mächtigen auf die Finger schauen, nun arbeiten sie von einem Tag auf den anderen selbst im Auftrag eben dieser Mächtigen: Immer wieder wechseln Journalisten von öffentlich-rechtlichen Medien in die Politik – und manchmal sogar zurück. Sie führen die komplette Argumentation pro „Demokratieabgabe“ ad absurdum und offenbaren, dass der als „rechts“ gebrandmarkte Begriff „Staatsfunk“ durchaus treffend ist.
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine Demokratieabgabe. Er sichert eine unabhängige Berichterstattung, die nicht von kommerziellen oder politischen Interessen geleitet ist. Er fördert Bildung, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt – alles Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie.“
Mit diesen Worten verteidigte der damalige WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn 2012 den Rundfunkbeitrag, den alle Bürger zahlen müssen, sonst droht ihnen eine Strafe. Dass die Idee einer „vierten Gewalt“, die die Staatsgewalt kontrolliert und kritisiert, oft nicht mehr als eine Wunschvorstellung ist, zeigen die zahlreichen Ideologie-getränkten Formate der Öffentlich-Rechtlichen.
Noch manifester wird sie allerdings, wenn Journalisten plötzlich im Auftrag der Regierung arbeiten. Drei der fünf ehemaligen Journalisten, die für die aktuelle Regierung und den Bundespräsidenten arbeiten, haben eine Karriere bei den Öffentlich-Rechtlichen hinter sich.
Da ist zum einen Sarah Frühauf, die kürzlich als Sprecherin ins Innenministerium von Alexander Dobrindt wechselte. Frühauf war von März 2012 bis Oktober 2020 beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) tätig, ab Oktober 2020 dann als Berlin-Korrespondentin für MDR aktuell, wo sie als „Unionsexpertin“ für die Tagesschau berichtete. Es liegt wohl nahe, dass sie nicht deshalb von der Union gewählt wurde, weil sie den Politikern besonders kritisch auf die Finger schaute.
Frühauf beim Maischberger-Talk im März 2025
Frühauf ist bekannt durch ihre Kommentare in der Meinungssektion der Tagesschau. In einem forderte sie eiserne Härte im Umgang mit Ungeimpften und prägte den inzwischen bekannten Satz „Na, herzlichen Dank an alle Ungeimpften“. Nun arbeitet sie beim Innenministerium, und damit in dem Haus, dem der Verfassungsschutz direkt weisungsgebunden unterstellt ist.
Michael Stempfle
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











