Jeder fünfte Euro aus Steuereinnahmen könnte bereits in vier Jahren in die Tilgung von Schulden fließen. Das zeigt eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die Ende April veröffentlicht wurde. Die sogenannte Zins-Steuer-Quote lag im vergangenen Jahr bei 7,7 Prozent. Bis 2030 könnte sie auf 18,1 Prozent ansteigen. Insgesamt will die Koalition während ihrer Amtszeit netto 972 Milliarden Euro an Schulden aufnehmen. Durch die steigende Zinslast wird der Spielraum im Haushalt dann zunehmend kleiner.
Während die Zins-Steuer-Quote anwächst, sinkt die Investitionsquote im Kernhaushalt bis Ende des Jahrzehnts kontinuierlich. Während sie in diesem Jahr 9,6 Prozent beträgt, wird sie im Jahr 2030 auf 7,7 Prozent absinken. Das verdeutlicht, dass Investitionen zunehmend über Schulden statt über reguläre Haushaltsmittel getätigt werden. Insgesamt soll der Betrag, der für Investitionen ausgegeben wird, von 71 Milliarden Euro auf 114 Milliarden Euro im Jahr 2029 erhöht werden.
Das IW berechnete, dass die Schulden des Bundes in den nächsten fünf Jahren auf 3,17 Billionen Euro anwachsen werden, wie Focus berichtet. Dann würde die jährliche Zinslast 80 Milliarden Euro betragen. Damit wäre der Schuldenstand im Vergleich zu 2025 um 58 Prozent gestiegen.
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