Die italienische Industriemetropole Turin, man denke nur an die FIAT-Werke, war immer mehr als eine Stadt: als Heimat fleißiger Arbeitnehmer des Nordens bekannt, Labor der Arbeiterbewegung, nüchterne Machtzentrale des Piemont. Dazu der Fußballclub Juventus, für Brot und Spiele, und die Spiritualität dazu. Im Dom zu Torino, ruht das Sindone, das Grabtuch Jesu – für viele Katholiken ein stilles Zeugnis von Ordnung, Opfer und Verantwortung. Heute regiert hier Stefano Lo Russo (PD), der Vertreter einer staatstragenden Mitte-Links-Politik. Der Piemont als Region jedoch von ‚Forza Italia‘ (gestützt von der Lega und Melonis Fratelli d‘ Italia).
Doch zwischen Dom und Po kollidiert der Rechtsstaat mit der Straße, die sich jüngst mal wieder selbst zum Gegenstaat erklärt.
Turin, ein grauer Winternachmittag. Der Moment, in dem aus Ankündigungen Realität wird. Aus Parolen und Slogans Gewalt. Aus Protest, wie bereits im Vorfeld vermutet, eine Straßenschlacht. Turin brennt.
Tücher und Masken, über den Gesichtern, Motorradhelme auf dem Schädel, Steine in den Händen, dazu Flaschen, Eisenstangen, eben alles, was sich so vom Asphalt lösen lässt. Der ‚Blocco nero‘, schwarze Block, setzt sich in Bewegung. Linksgerichtete Antifaschisten, die aber faschistoid gegen den Staat vorgehen. Ihr Ziel: das geräumte ‚Askatasuna‘, jahrzehntelang ein illegaler linksradikaler Stützpunkt, der nun vom Staat geschlossen und abgeräumt werden soll.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











