Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev (66) wurde 2004 bei einem Anschlag in Jerusalem schwer verletzt. Jetzt erfuhr sie, dass der Drahtzieher des Selbstmordattentats freigelassen werden soll. Was diese Nachricht bei ihr auslöst, hat sie in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung aufgeschrieben.
Hier einige ihrer berührenden Aussagen.
„Jetzt, genau in diesem Moment, in dem ich euch schreibe, erscheint eine kurze Meldung auf meinem Bildschirm. Und noch bevor ich verstehe, was ich da lese, erfasst ein Zittern meinen Körper, Tränen füllen meine Augen. Hilmi al-Maash, der Terrorist, der das Selbstmordattentat auf Buslinie 19 in Jerusalem im Januar 2004 geplant hat, soll im Rahmen des bevorstehenden Abkommens freigelassen werden. Bei dem Anschlag wurden elf Menschen getötet und vierzig verletzt. Auf einen Schlag kehrt das entsetzliche Dröhnen der Explosion zu mir zurück, die gewaltige Druckwelle, die mich auf den Asphalt schleuderte, der Geruch von Feuer und Rauch, das Bild des aufgeblähten, brennenden Körpers neben mir. Und ich, wie ich wie ein Holzklotz auf dem Gehsteig liege und versuche, mich vom Feuer fortzubewegen, aber es nicht schaffe.“
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