Israel als Menetekel und Modell für den Westen

vor etwa 1 Jahr

Israel als Menetekel und Modell für den Westen
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Die Europäer sind mit ihrer Teilhabe am Krieg in der Ukraine nach Osten überdehnt und nach Süden gegenüber der Massenmigration aus der islamischen Welt schutzlos. Nach innen sind die Staaten der Europäische Union und die Gesellschaften des Westens über die Wahrnehmungen dieser Gefahren zerstritten. Seit der Wiederwahl von Donald Trump ist die EU darüber auch noch mit den USA zerstritten. Dem amerikanischen Präsidenten werfen sie zugleich mangelndes Engagement in der Ukraine und Überengagement für Israel vor.

Und schließlich ist auch noch die politische Rechte darüber zerstritten, ob sie mit Israel einen Frontstaat der westlichen Werteordnung unterstützen, oder wie die AfD-Führung „beide Kriegsparteien“ zur Mäßigung aufrufen sollen. Die Bekämpfung des aggressivsten politischen Islam, dessen Atomraketen mit ballistischen Raketen auch Europa erreichen könnten, ist demnach nicht im Interesse Deutschlands.

Dabei sollte spätestens der islamistisch motivierte Terrorismus in Europa ein Warnzeichen sein, dass die Mullahs auch über Bande die Destabilisierung des Westens anstreben. In Schweden haben die Machthaber in Teheran bereits versucht, Kriminelle zu Anschlägen auf israelische Einrichtungen und auf oppositionelle Exil-Iraner zu bewegen. Es wäre an der Zeit, den Zusammenhang zwischen der Bedrohung Israels und Europas zu erkennen. Dabei werden mit der Finanzierung und der Raketenbestückung der sunnitischen Hamas sogar die konfessionellen Unterschiede im Islam übergangen, was diesen Islamismus doppelt gefährlich macht. Christen und Juden werden in ihrem Weltbild allenfalls die Rolle von zahlungspflichtigen Schutzbefohlenen zugestanden.

Nach den failed states Afrikas bietet ein ideologisch weltoffenes und daher auch in der Außenpolitik relativistisches Europa die größten Schwachstellen für ein Vordringen des Islamismus, umso mehr die Europäer nicht begreifen, dass Israel ein Frontstaat im Ringen zwischen der zivilisierten Welt und dem religiösen Totalitarismus ist. Sollte es dem Druck der islamistischen Barbarei nicht mehr standhalten, würde Europa, wie nach dem Fall von Konstantinopel, eine Staumauer wegbrechen.

Der falschen Feindschaft gegenüber Russland liegt ein Mangel an begrifflicher Unterscheidung zugrunde. Dem russische Autoritarismus, dem es zuerst um die eigene Stabilität geht, gilt demnach als gefährlicher als ein Totalitarismus, dessen Absolutheitsanspruch wesensgemäß mit der Feindschaft gegen alle „Ungläubigen“ verbunden ist. Der defensive Imperialismus ist um die Bewahrung seiner Einflusssphären besorgt. Dem herbeifantasierten Vordringen Russlands bis an den Atlantik fehlt wiederum der Sinn für die kulturellen Grenzen der russischen Hemisphäre und ihrer Haltung, das Eigene vor westlichem Vordringen zu schützen.

Die Verkennung des Unterschieds von Autoritarismus und Totalitarismus liegt den strategischen Irrtümern des Westens zugrunde. Die autoritäre Oligarchie Russland erhebt heute im Gegensatz zur kommunistischen Zeit und im Gegensatz zum Islam keine universalistischen Ansprüche, die aus der Inanspruchnahme absoluter Wahrheit zwangsläufig hervorgeht.

Die nach Süden offenen Grenzen Europas gegenüber einer erklärten Feindkultur sind nur aus dieser Realitätsverweigerung erklärbar. Im Zusammenprall mit dem Islam gewähren sie jene Toleranz gegen Intoleranz, die ihnen gegenüber dem politischen Totalitarismus schon zweimal zum Verhängnis geworden ist. Selbst wenn von den etwa 50 Millionen Muslimen in Europa nur jeder Zehnte Islamist ist, erwächst daraus ein Sicherheitsproblem – nicht zuerst und vor allem für die jüdischen Mitbürger in Europa. Die schleichende Eroberung Europas erfolgt noch friedlich durch Inanspruchnahme der sozialen Infrastruktur. Der Judenhass ist nach Europa übergeschwappt.

Je robuster Israel sich gegen seine verzweifelte Lage weht, desto mehr verliert es nicht nur im Globalen Süden, der sich von jeher auf die Seite der „antikolonialistischen Palästinenser“ stellt, sondern auch in der westlichen Welt an Sympathien. Durch die Migrationsbewegungen sind arabischstämmige Wähler in den USA und vielen Staaten Europas längst ein wahlpolitischer Faktor. Und die Wirtschaft, die sich mit den Sanktionen gegenüber Russland fast nach Belieben schädigen lässt, will sich diesen Markt nicht entgehen lassen.

Für die seltsame politische Freundschaft der postmodern-relativistischen Linken mit dem Islam erkennen wir jenseits der Naivität die gemeinsame Feindschaft zum sozial unvollkommenen und religiös unreinen Westen, der weder den totalitären Ansprüchen diesseitiger noch jenseitiger Heilslehren gerecht wird.

Die permanente Dekonstruktion des Westens durch die Linke nutzt jedes Spielfeld, von Kernenergie und Weltklima, um den wissenschaftlichem und wirtschaftlichen Erfolg in sein Gegenteil einer schuldhaften Belastung zu kehren. In ihrer Begeisterung für den armen globalen Süden sind sie nicht in der Lage, dessen dunkle Seiten wahrzunehmen.

In der Regel geht Ablehnung oder gar Feindschaft gegenüber dem Judentum von einem neuen Wokismus und Globalismus aus, denn das sesshaft gewordene, mehr noch mit religiöser Identität und das eigene Volk wehrhafte verteidigen, wiederspricht allen Buntheits- Teilhabe- und Diversity-Vorstellungen auf einmal. Nicht Integration der Kulturen strebt Israel an, sondern setzt in seiner Gesellschaft auf realistische Koexistenz. Israel ist ein Antiwokistan und auch deshalb ein Modell für die künftige Selbstbehauptung Europas.

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