„Deutlich mehr Angriffe auf Journalisten in Deutschland“, „Zahl der Straftaten gegen Journalisten gestiegen“, titelten ZDF, Tagesschau und Co. gestern, und suggerierten dann im Text: Gewalt gegen Journalisten geht zum größten Teil von Straftätern aus dem rechten Spektrum aus. Ein genauerer Blick auf die Statistik zeigt allerdings: Bei den Gewaltdelikten gegen Journalisten liegen „links“ und „ausländische Ideologie“ vor „rechts“.
Die Anfrage der Linksfraktion, die die Bundesregierung Anfang Februar beantwortete, ergab: Insgesamt hat die Polizei vom 1. April 2024 bis zum 30. November 2025 bundesweit 818 politisch motivierte Straftaten registriert, die sich gegen Medien richteten, darunter 89 Gewaltdelikte. Im Artikel des ZDF heißt es dazu: „Rund ein Drittel dieser Straftaten – insgesamt 244 – ordnet die Polizei dem rechten Spektrum zu, 78 dem linken. Hinter 153 Fällen sehen die Behörden eine ausländische Ideologie, bei 31 eine religiöse.“ Der Leser muss hier annehmen: Rechte attackieren Journalisten deutlich häufiger als Linke oder Täter mit ausländischer Ideologie.
Ein genauerer Blick in die Zahlen, die der Antwort der Bundesregierung beiliegen, zeigt allerdings: Hier wurde einfach alles zusammengezählt, was unter „Straftaten“ fällt, also beispielsweise auch Vergehen wie „Propagandadelikte“ und „Volksverhetzung“. Bei diesen Delikten liegt die Zahl der Straftaten, die dem rechten Phänomenbereich zugeordnet werden, tatsächlich höher. In den Artikeln von ARD, ZDF und Deutschlandfunk wird allerdings suggeriert, es handle sich bei dieser Gesamtzahl um tätliche Angriffe.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











