Der Irankrieg hat unmittelbare Auswirkungen auf die weltweiten Stickstoffdüngerpreise. Seit Beginn des Irankriegs ist der Preis für Harnstoff, aus dem Stickstoffdünger hergestellt wird, in die Höhe geschnellt und hat fast 600 US-Dollar erreicht, was einem Anstieg von über 100 US-Dollar im Vergleich zu den Preisen vor dem Irankrieg entspricht. In Frankreich stieg der Preis für Stickstoffdünger von 505 Euro pro Tonne auf 630 Euro pro Tonne, wie das Branchenportal agrarheute.com berichtet. In Deutschland wurde die Veröffentlichung der Stickstoffdüngerpreise seit Anfang dieser Woche aufgrund des Irankriegs ausgesetzt, wie agrarmarkt-nrw.de berichtet.
Der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Harnstoff ist Erdgas. Aus dem Erdgas wird zunächst Wasserstoff gewonnen, der im Haber-Bosch-Verfahren zusammen mit Stickstoff in Ammoniak umgewandelt wird. Aus Ammoniak und Kohlendioxid wird dann Harnstoff hergestellt. Die Preise für Stickstoffdünger hängen dadurch direkt mit den Preisen für Erdgas zusammen. Der Erdgaspreis stieg durch den Irankrieg auf ein neues Dreijahreshoch.
Im Fall von Stickstoffdünger gibt es neben dem Umstand, dass dieser von den Erdgaspreisen abhängig ist, noch ein weiteres Problem. Zu den drei größten Harnstoffexporteuren der Welt gehören Saudi-Arabien, Katar und auch der Iran selbst. Zudem wird ein Viertel des weltweiten Stickstoffdüngers über die Straße von Hormus verschifft. Durch die Drohungen des Irans, alle Schiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus queren wollen, haben viele Reedereien die Schifffahrt durch diese wichtige Meerenge eingestellt.
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