Seit Ende Dezember protestieren Iraner landesweit gegen die Islamische Republik – zu weiten Teilen im Namen einer konstitutionellen Monarchie, repräsentiert durch Reza Pahlavi, dessen Name nachts tausendfach durch die Straßen gerufen wird.
Glaubt man den Zahlen von Menschenrechtsorganisationen, haben Tausende Iraner ihr Leben verloren – getötet von den Schergen des Regimes, die mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten schossen. Zahllose Leichensäcke, übereinstimmende Augenzeugenberichte und immer wiederkehrende Muster staatlicher Gewalt sprechen dafür, diese Zahlen ernst zu nehmen, auch wenn sie sich nicht unabhängig überprüfen lassen. NIUS stellt fünf von ihnen vor – um den anonymen Opfern Namen und Gesichter zu geben.
Setayesh Shafiei, 20 Jahre alt, wurde am Donnerstag, dem 9. Januar 2026, während der landesweiten Proteste in Teheran von Sicherheitskräften der Islamischen Republik erschossen. Sie wuchs als Waisenkind auf; Berichten zufolge gestaltete sich die Identifizierung ihrer Leiche besonders schwierig.
Kurz bevor sie zu den Protesten aufbrach, veröffentlichte sie auf ihrem Telegram-Kanal einen letzten Eintrag:„I love you all. Es sieht so aus, als würde das Internet gekappt.“
Setayesh wurde nur 20 Jahre alt, bevor sie von den Mullahs ermordet wurde.
Zu den beinahe unglaublichen Details ihrer Geschichte gehört, dass dieser Kanal einem anderen Opfer des Regimes gewidmet war: Armita Geravand, die 2023 im Alter von 16 Jahren in der Teheraner U-Bahn wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die islamischen Verschleierungsvorschriften so schwer verletzt worden ist, dass sie zunächst ins Koma fiel und später verstarb.
Menschenrechtsgruppen machten den Fall öffentlich und warfen der iranischen Sittenpolizei vor, die Jugendliche misshandelt zu haben, wie der Deutschlandfunk berichtete.
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