Deutschland ist stolz auf seine Toleranz. Das ist Tradition seit Friedrich dem Großen: Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Nun hat das neuere Deutschland aber noch eine andere Eigenheit. Es hat nicht nur Franzosen, Flamen und Österreicher eingeladen, die zufällig die falsche Konfession gewählt haben. Die neuere Einladung geht auch an alle Syrer, Afghanen und Iraker, die bereit und in der Lage sind, es ins gelobte Land zu schaffen.
Das hat langsam, aber beharrlich Auswirkungen auf die Zustände im Land. Jeder Einwanderer bringt unweigerlich seine Kultur mit, und viele wollen von der gar nicht lassen. Daneben hat man oft den Eindruck, dass eigentlich die pure Unkultur ins Land eingezogen ist. Bei Widerspruch im öffentlichen Raum wird erst geboxt, dann ohne Zögern geschlitzt. Prügeleien – in Deutschland lange ausgestorben oder im gutmütigen Sinne auf das sprichwörtliche Wirtshaus beschränkt – gehören zum Straßenbild, meist unter zugewanderten Stämmen. Und nun droht freilich auch das muslimische Gewohnheitsrecht der Herkunftsstaaten in Deutschland und dem Rest Europas Einfluss zu gewinnen.
Im Irak – einem der, wie gesagt, wichtigeren Herkunftsstaaten für Deutschland – hat das Parlament schon zu Beginn des Jahres ein Gesetz beschlossen, das die Verheiratung von neunjährigen Mädchen legalisiert. Jede muslimische Konfession darf nun ganz nach ihrer Façon selbst bestimmen, wie alt ein Mädchen bei seiner Verheiratung sein muss. Für sunnitische Mädchen bleibt es anscheinend bei 15 Jahren, was dem bisherigen Mindestheiratsalter (der Ehemündigkeit) entspricht. Für Schiiten liegt das heiratsfähige Alter bei Mädchen aber gemäß Tradition sehr viel geringer, bei neun Jahren. Schiiten bilden im Irak die Mehrheit mit etwa 60 Prozent. 35 Prozent sind Sunniten.
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